VDR mit Budget-DVB-T- und -DVB-C-Karte unter Debian-Linux


Vor dem Austausch des Motherboards ASUS P4B-MX durch ein Gigabyte GA-H77-DS3H, Umstieg von 32- (686-pae) auf 64-Bit-Kernel (amd64) und der Ergänzung um XBMC.
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Diese Seite beschreibt den Aufbau meiner Linux-Multimedia-Box. Das Gerät dient in erster Linie als DVB-Empfänger und Multimedia-Zentrale zum Abspielen von Audio- und Video-Dateien. Es hat mittlerweile die gute alte Glotze, den VHS-Videorekorder und (zum Teil) die Stereoanlage ersetzt, ist aber kein hochauflösendes, überdimensionales, Mehrkanal-tönendes Ungetüm.

Inhalt

Hardware-Auswahl
   Gehäuse, Display und Fernbedienung
   DVB-T-Karte
   DVB-C-Karte
   Motherboard, CPU und RAM
   Grafik
   Festplatte und DVD-Laufwerk
   Sonstige Hardware
Software-Auswahl
   Linux-Distribution
   TV-/Multimedia-Software
   Sonstige Software
Hard- und Software-Überblick
Installation
   Debian-Linux
   DVB-Empfang testen
   VDR einrichten
   VDR-Plugins
   Infrarot-Fernsteuerung und VFD-Display
System Couch-Potato-tauglich machen
   X-Server für den VDR automatisch starten
   Schneller Booten
   Rechner per Fernbedienung hochfahren
   Rechner automatisch hochfahren lassen
   WLAN einrichten
   Verzeichnisse über NFS freigeben
   Bootloader-Hintergrund-Bild (GRUB)
   Bootsplash
Nützliches und Sonstiges
Bekannte Probleme
Anhang
   Konfigurationsdateien
   Kurzanleitung zur Bedienung des VDRs
   Alte Versionen dieser Beschreibung
   Links

Hardware-Auswahl

Da ich keine Streaming-Lösung oder Ähnliches verwenden wollte, mußte die Hardware Wohnzimmer-tauglich sein, also schick, leise und per Fernbedienung steuerbar.
Für die Video-Ausgabe verwende ich einen PC-LCD-Monitor (mit DVI), meine Kiste hat also keine Full-Featured-Karte und keinen TV-Ausgang. Ansonsten das Übliche: Ethernet, USB, Maus, Tastatur, analoger Audio-Ausgang, CD/DVD-Laufwerk. Ich wollte mir aber die Möglichkeit offen halten, später auch mal weitere PCI-Karten oder Festplatten im Gehäuse unterzubringen.

Gehäuse, Display und Fernbedienung

Als HTPC-Gehäuse verwende ich das Dign HTPC HV5 von Uneed. Uneed heißt mittlerweile Origen AE, das Gehäuse H5 statt HV5, an den Eigenschaften scheint sich aber nichts Wesentliches geändert zu haben.

Gehäuse Das voluminöse Aluminium-Case im Standard-ATX-Format bietet Platz für maximal sieben PCI-Karten, zwei 3,5''-Festplatten und ein 5 1/4''-Laufwerk. In der Front sitzt bei mir ein (optional erhältliches) Modul mit VFD-Display und IR-Empfänger, dazu gehört eine Infrarot-Fernbedienung. Das Modul wird an die internen USB-Steckerleiste des Motherboards angeschlossen.

Fernbedienung Unter dem (transparenten) Start-Knopf der Fernbedienung klebt normalerweise ein kleines Windows-Logo. Als VDR-Nutzer konnte ich dies natürlich nicht so lassen und habe den Aufkleber gegen ein Linux-Logo ausgetauscht.

Auf der Rückseite des Gehäuses befinden sich ein 6 x 6 cm-Gehäuselüfter, ein zweiter kann nachgerüstet werden. Leider hat das Case keinerlei Lüftungsschlitze, was die Durchlüftung nicht ganz einfach macht. Ich habe das Problem so gelöst, dass ich die Abdeckbleche der drei freien PCI-Slots hinten links entfernt habe. Die Luft strömt so durch diese Öffnungen ins Gehäuse, muss um die DVB-Karten herum und verläßt das Gehäuse dann, vorbei an der CPU, wieder durch die Gehäuselüfter bzw. das Netzteil.
Als Netzteil kommt ein Fortron Source FSP270-50SNV mit 270W zum Einsatz.

Am Markt gibt es zwar eine ganze Reihe von Mini ITX-Gehäusen für Wohnzimmer-PCs. Allerdings haben diese einige Nachteile: Mini ITX-Mainboards besitzen standardmäßig (also ohne Riser Card usw.) nur einen PCI-Slot, der teilweise nur mit Karten halber Bauhöhe bestückt werden kann, die Gehäuse bieten in aller Regel nur Platz für maximal eine 3,5''-Festplatte (teilweise nur eine 2,5''-Platte). Ein weiteres Problem ist die Wärmeabfuhr aus dem engen Gehäuse. Und nicht zuletzt sind die ITX-Mainboards verhältnismäßig teuer.

DVB-T-Karte

Für den DVB-T-Empfang sorgt eine Avermedia AVerTV DVB-T-771, eine PCI-Karte mit halber Bauhöhe. Sie besitzt einen HF-Antennenanschluss sowie einen S-Video-Eingang. Außerdem wird ein S-Video auf Composite-Video-Adapter mitgeliefert.
Diese Budget-Karte wird ohne Patches von neueren Versionen des 2.6er-Kernels unterstützt. Ich habe die Karte bisher nur für DVB-T verwendet, ob und wie der S-Video-Eingang (unter Linux) verwendbar ist weiß ich nicht.

DVB-C-Karte

Ursprünglich hatte ich für meinen HTPC nur DVB-T vorgesehen. Da im Haus aber seit einiger Zeit auch DVB-C angeboten wird (genauer ein von DVB-S nach DVB-C konvertiertes Signal), habe ich eine Satelco EasyWatch PCI (DVB-C) nachgerüstet. Die Karte sollte Hardware-mäßig baugleich zur HDTV-Version sein und wird ab Kernel 2.6.22 ohne Modifikation erkannt.

Im Allgemeinen wird für die DVB-Wiedergabe unter Linux eine Full-Featured-Karte (mit Hardware-MPEG-Decoder und TV-Ausgang) empfohlen. Da ich weder Hardware-MPEG-Decoder noch TV-Ausgang benötige und Budget-Karten i.A. um einiges billiger als Full-Featured-Karten sind, habe ich mich gegen eine Full-Featured-Karte entschieden. Hat man nun keine Full-Featured-DVB-Karte und auch keine Grafikkarte mit TV-Ausgang zur Verfügung, bleibt für die Video-Ausgabe nur mehr der Monitor-Ausgang übrig. Da ich allerdings ohnehin keinen TV, sondern einen "normalen" Computer-Monitor verwende, spielt diese Einschränung keine Rolle.
Ohne Full-Featured-Karte oder sonstige Hardware-Unterstützung muss der Prozessor den MPEG-Datenstrom selbst decodieren. Empfohlen wird in diesem Fall ein Prozessor mit mindestens 1 GHz (ohne HDTV).

Motherboard, CPU und RAM

Als CPU habe ich einen Intel Pentium IV mit 1.600 MHz auf einem Systemboard eines HP Vectra VL420 mit 256 MB RAM im Einsatz. Das Motherboard hat Onboard-Sound (analoges Stereo), LAN, je 2 x USB extern und intern (leider nur USB 1.1) und drei PCI-Slots.
Das Motherboard ist ein leicht modifiziertes ASUS P4B-MX. Insbesondere entsprechen die Anschlüsse für Ein/Aus- und Reset-Taster sowie der Power-LED nicht dem Standard, was kleine Eingriffe mit dem Lötkolben nötig machte. Das Motherboard ist außerdem etwas größer als das bisher verbaute GIGABIYTE GA-6WMMC7, das Anschließen der IDE-Kabel für Platte und CD/DVD-Laufwerk war daher nicht einfach.

Grafik

Ebenfalls aus der HP Vectra VL420 stammt die Grafikkarte, eine Nvidia GeForce2 MX mit 32 MB RAM. Unter X11 mit Xv-Output über den Xorg-Treiber nv ist die Darstellung von DVB-T ruckelfrei und erzeugt eine CPU-Last von ca. 40%.
Der Closed-Source-Treiber von Nvidia (nvidia) würde wohl auch XvMC (XVideo Motion Compensation, eine einfache Hardware-Unterstützung für die Decodierung von MPEG-Daten) unterstützen. Da ich aber sowohl mit Closed-Source-Treibern als auch mit XvMC bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht habe, verzichte ich lieber darauf.

Festplatte und DVD-Laufwerk

Als Festplatte verwende ich eine Samsung HD400LD (400GB). Das Ding ist stabil, ruhig, preiswert und wird nicht zu heiß, was will man mehr.

Da Uneed wegen der optimalen Positionierung des Auswurf-Knopfes explizit ein CD/DVD-Laufwerk von LG empfiehlt, steckt in meinem Gerät ein schwarzes LG D8163B. Der saubere Einbau des Laufwerkes ins Gehäuse erfordert zwar etwas Geduld. Ist das Laufwerk aber erst mal an seiner genauen Position paßt es perfekt.

Sonstige Hardware

Als DVB-T-Antenne verwende ich eine sehr einfache Selbstbau-Antenne, wie sie z.B. unter vdr-wiki.de beschrieben ist. Für den Empfang im Stadtgebiet München reicht diese allemal aus.
Zum Anschluß von Maus, Tastatur und anderen USB-Geräten steht unsichtbar nahe dem Gehäuse im Schrank verstaut noch ein kleiner USB-Hub. Maus und Tastatur benötigt man ohnehin nur sporadisch, über den Hub kann man die Teile ohne Verrenkungen bequem anstecken.
Um auch kabellos auf meinen VDR zugreifen zu können steckt noch eine WLAN-Karte vom Typ Netgear WG311v3 in einem PCI-Slot.

Software-Auswahl

Die Entscheidung für die am Ende gewählte Software-Konstellation war nicht ganz einfach. Nach ersten Experimenten mit Knoppix, dem ct-VDR und Kanotix hatte ich mir noch zwei weitere Multimedia-Projekte, Freevo und MythTV (und auch KnoppMyth), angesehen. Obwohl beide sehr schöne Oberflächen und eine Menge Funktionen haben, erschien mir die Konfiguration, insbesondere von DVB, bei beiden, na ja, etwas umständlich. Außerdem bedingen die poppigen Menüs höhere Anforderungen an die CPU. Allerdings muss ich dazusagen, dass meine Versuche mit Freevo und MythTV mittlerweile schon einige Zeit zurückliegen, hier könnte sich durchaus wieder einiges getan haben.

Linux-Distribution

Als Betriebssystem wollte ich eine "richtige" Linux-Distribution. Dafür gibt's in aller Regel Updates, (fast) alle Quelltexte, eine große Nutzergemeinde und daher viele aktuelle Infos im Internet. Da Debian-Linux ein ausgereiften Paket-Management sowie funktionale, textbasierte Administrations-Tools mitbringt und damit sehr flexibel konfigurierbar ist, war die Wahl recht schnell getroffen. Hier mag auch dazu beigetragen haben, dass ich Debian schon einige Zeit kenne und einfach gut damit zurechtkomme.

TV-/Multimedia-Software

Als TV- und Multimedia-Software verwende ich den Video Disc Recorder (VDR) zusammen mit verschiedenen Plugins. Der VDR ließ sich recht schnell zur Mitarbeit bewegen und macht ohne unnötiges Drumherum das was er soll. Die einfache, aber funktionale Oberfläche reagiert auch bei einer langsamen CPU noch genügend schnell. Außerdem läßt die Funktionsauswahl des VDRs im Bereich TV-Wiedergabe, -Aufzeichnung und Schnitt keine Wünsche offen.

Die Grafik-Ausgabe erfolgt lokal unter X11 mit dem Xineliboutput-Plugin für den VDR über den Multimedia-Player Xine, genauer gesagt über dessen Multimedia-Bibliothek Xine-Lib (libxine1).

Sonstige Software

Für die Infrarot-Fernsteuerung und die Ansteuerung des VFD-Displays stellt Uneed (bzw. der Hersteller des Displays, IRTrans) eine eigene Software bereit (IRTrans Client/Server). Meine Versuche, das Modul auch mit LIRC und LCDProc zu laufen zu bringen, waren bisher nicht erfolgreich.

Hard- und Software-Überblick

Hier nochmal die Liste der wichtigsten Hard- und Software:

Installation

Das Zusammenschrauben der Hardware war nicht aufregend und möchte ich an dieser Stelle auch nicht beschreiben. Deshalb geht's gleich weiter mit der Software.

Debian-Linux

Debian-Linux kann auf verschiedenste Weise installiert werden. Ich bevorzuge: Die Partitionierung meiner 400 GB-Platte schaut folgendermaßen aus:
/dev/hda1    1 GB   -               swap   Virtueller Speicher
/dev/hda2   10 GB   /               ext3   Installation 1
/dev/hda3   10 GB   /               ext3   Installation 2 (Test)
/dev/hda4    Rest   /var/lib/data   ext3   Daten
Damit habe ich die Möglichkeit, auf /dev/hda2 und /dev/hda3 zwei getrennte Systeme zu installieren, was für Tests und zur Wiederherstellung einer zerschossenen Installation recht praktisch ist.
Alle Video- und Audio-Daten liegen auf /dev/hda4. Um ein paar GB Platz zu sparen macht es für diese Partition Sinn, sie mit der Option -m 1 zu formatieren (siehe man mkfs.ext3).

Um ein minimales Debian-System zu erhalten, wird einfach im Dialog Softwareauswahl (nur) der Eintrag Standard-System ausgewählt.

Als Paket-Quellen verwende ich

Entsprechend ist die Datei /etc/apt/sources.list anzupassen. Die Reihenfolge der Zeilen sowie die Einträge in /etc/apt/preferences stellen sicher, dass die Pakete von e-tobi.net auch dann verwendet werden, wenn es in Debian Lenny eine neuere Version des selben Paketes geben sollte (siehe man apt_preferences).

Die Kommandos

linuxvdr:# aptitude update
linuxvdr:# aptitude dist-upgrade
bringen Paket-Index und System auf den neuesten Software-Stand von Lenny. Danach werden die Schlüssel von e-tobi.net und debian-multimedia.org (zur Verifikation der Paket-Signaturen), X11 mit Xdm/Twm (einfacher X Display bzw. Window Manager), Alsa, VDR mit Xineliboutput-Plugin und dazugehörigen Paketen sowie einige praktische Tools installiert:
linuxvdr:# aptitude install e-tobi-keyring debian-multimedia-keyring
linuxvdr:# aptitude install x-window-system-core x-window-system xserver-xorg xdm twm
linuxvdr:# aptitude install alsa-utils
linuxvdr:# aptitude install vdr vdr-plugin-xineliboutput libxine1-xvdr libxine1 libxineliboutput-sxfe
linuxvdr:# aptitude install xine-ui
linuxvdr:# aptitude install dvb-utils dvbstream
linuxvdr:# aptitude install libdvdcss2
linuxvdr:# aptitude install w32codecs
linuxvdr:# aptitude install vim unzip bzip2 hdparm hddtemp rsync openssh-server rcconf
xine-ui, das Standard-Frontend (User-Interface) von Xine, sowie die Pakete dvb-utils und dvbstream werden zwar nicht direkt für den VDR benötigt, eignen sich aber sehr gut zur Fehlersuche und für Tests von DVB. libdvdcss2 ist eine Bibliothek zur Wiedergabe von verschlüsselten DVDs. Details zur Technik und den rechtlichen Aspekten dieser Bibliothek findet man in der Wikipedia. w32codecs stellt der Xine-Lib zusätzliche Multimedia-Codecs in Form von Windows-Bibliotheken zur Verfügung.
Die Pakete der letzten Zeile sind nützlich, haben aber nichts mit dem VDR zu tun.

Nach Installation der neuen Pakete können ggf. nicht mehr benötigte Pakete gelöscht werden:

linuxvdr:# aptitude purge linux-image-2.6.26-1-686
linuxvdr:# aptitude purge lirc liblircclient0
linuxvdr:# aptitude purge vim-tiny
Vor dem Entfernen des laufenden Kernels muss das System ggf. mit dem neuen Kernel gebootet werden.
LIRC wird deinstalliert, weil das verbaute IR-Modul eine eigene Software benötigt und nicht mit LIRC zusammenarbeitet.

Folgende Kommandos verhindern, dass beim Systemstart ein fsck ausgeführt wird:

linuxvdr:# tune2fs -c 0 /dev/hda2
linuxvdr:# tune2fs -c 0 /dev/hda3
linuxvdr:# tune2fs -c 0 /dev/hda4
linuxvdr:# tune2fs -i 0 /dev/hda2
linuxvdr:# tune2fs -i 0 /dev/hda3
linuxvdr:# tune2fs -i 0 /dev/hda4
Natürlich sollte man dann fsck /dev/hdaX -- -f gelegentlich manuell starten.

Video: X11

In der Konfiguration des X-Servers (/etc/X11/xorg.conf) sollten die Zeilen
Section "ServerFlags"
	Option	"AllowMouseOpenFail"
EndSection
nicht fehlen, ansonsten startet er nicht ohne Maus und Tastatur.

Audio: Alsa

Die Audio-Ausgabe erledigt ALSA (Advanced Linux Sound Architecture):
linuxvdr:# alsaconf
linuxvdr:# alsamixer
linuxvdr:# alsactl store
alsaconf richtet ALSA auf dem System ein. Auf meinem System wurde die Soundkarte automatisch erkannt. Die Dialoge sind weitgehend selbsterklärend, im Zweifel einfach die Standardeinstellungen beibehalten.

Der alsamixer hilft bei der Einstellung der gewünschten Lautstärke(n). alsactl store speichert die eingestellten Werte in die Datei /var/lib/alsa/asound.state. Der Inhalt der Datei ist recht selbsterklärend, die Master-Lautstärke wird z.B. im Bereich

        control.2 {
                comment.access 'read write'
                comment.type INTEGER
                comment.count 2
                comment.range '0 - 63'
                iface MIXER
                name 'Master Playback Volume'
                value.0 63
                value.1 63
        }
festgelegt. Nach einem Neustart des Systems werden diese Einstellungen nun automatisch gesetzt.

DVB-Empfang testen

Bevor ein DVB-Empfang möglich ist, muss der Kernel die richtigen Module geladen haben. Ist dies der Fall gibt es die entsprechenden Devices unter /dev/dvb/:
linuxvdr:~# ls -l /dev/dvb/
insgesamt 0
drwxr-xr-x 2 root root 120 14. Sep 2009  adapter0
drwxr-xr-x 2 root root 140 14. Sep 2009  adapter1
Kernel 2.6.26 hat die beiden Karten ohne weiteres Zutun erkannt.

Für die Zuordnung der beiden Frontends auf die DVB-Karten helfen die Meldungen in /var/log/syslog:

Sep 13 23:03:48 linuxvdr kernel: [   11.379321] DVB: registering frontend 0 (Zarlink MT352 DVB-T)...
...
Sep 13 23:03:48 linuxvdr kernel: [   12.904878] DVB: registering frontend 1 (Philips TDA10023 DVB-C)...
Frontend 0 ist also die Avermedia DVB-T-, Frontend 1 die Satelco-DVB-C-Karte.

Da VDR eine recht komplexe Software ist, sollte man sich vor dessen Konfiguration vergewissern, dass der DVB-Empfang auch wirklich funktioniert. Dies geht am einfachsten mit czap bzw. tzap und dvbstream.

Die Kommandos

linuxvdr:# mkdir -p ~/.tzap/
linuxvdr:# scan -a 0 /usr/share/dvb/dvb-t/de-Muenchen > ~/.tzap/channels.conf
linuxvdr:# mkdir -p ~/.czap/
linuxvdr:# scan -a 1 /usr/share/dvb/dvb-c/de-Muenchen > ~/.czap/channels.conf
generieren, DVB-Empfang vorausgesetzt, je eine channels.conf für czap und tzap. Vor dem Aufruf von scan muss VDR ggf. mit /etc/init.d/vdr stop beendet werden.

Sollte unter /usr/share/dvb/ keine passende Frequenztabelle auffindbar sein, findet man sie ggf. im Mercurial-Repository. Bei unvollständiger Frequenztabelle ist auch die damit generierte channels.conf nicht vollständig, allerdings reichen für die Empfangstests einige wenige Sender aus.

In der Datei ~/.tzap/channels.conf sollten nun alle gefundenen DVB-T-Sender eingetragen sein. Der Eintrag für den Sender VOX schaut z.B. so aus:

VOX:578000000:INVERSION_AUTO:BANDWIDTH_8_MHZ:FEC_2_3:FEC_1_2:QAM_16:TRANSMISSION_MODE_8K:GUARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:545:546:16418
Mit
linuxvdr:# tzap -a 0 VOX
wird die DVB-T-Karte (Frontend 0) auf den Sender VOX eingestellt. Die Video- und Audio-Daten lassen sich nun mit einem der beiden (z.B. in einer zweiten Shell) parallel zu startenden Kommandos
linuxvdr:# dvbstream -c 0 -o -ps 545 546 | xine stdin:/
linuxvdr:# dvbstream -c 0 -o -ps 545 546 > VOX_DVB-T.mpeg
mit Xine darstellen bzw. in eine MPEG-Datei ausgeben. Die Kommando-Parameter (Video- und Audio-PID) entnimmt man der entsprechende Zeile aus der ~/.tzap/channels.conf.

Entsprechendes gilt für VOX über DVB-C: PIDs aud dem Eintrag in der ~/.czap/channels.conf auslesen, Frontend 0 auf VOX stellen, parallel dazu MPEG-Stream abgreifen:

VOX:386000000:INVERSION_AUTO:6900000:FEC_NONE:QAM_64:167:136:12060
linuxvdr:# czap -a 1 VOX
linuxvdr:# dvbstream -c 1 -o -ps 167 136 > VOX_DVB-C.mpeg
Achtung: Die channels.conf von tzap hat ein anderes Format als die vom VDR.

Ist bis hier alles OK geht's an die Konfiguration von VDR.

VDR einrichten

Die Konfigurationsdateien von VDR liegen unter /var/lib/vdr/ und /etc/vdr/, VDR-Logmeldungen stehen standardmäßig in /var/log/syslog. In der Datei /etc/default/vdr können einige Start-Parameter für den VDR angepaßt werden. Ansonsten wird VDR bequem über das OSD konfiguriert. Dort kann man u.a. auch festlegen, dass VDR die Systemzeit über das DVB-Zeitsignal setzt.

Kanäle programmieren

Der VDR benötigt für den Empfang prinzipiell nur die richtige channels.conf unter /var/lib/vdr/. Im einfachen Fall gibt es eine passende Vorlage im VDR-Wiki, z.B. für reines DVB-T.

Seit dem nachträglichen Einbau meiner DVB-C-Karte gestaltet sich die Kanalsuche allerdings etwas aufwändiger, insbesondere deshalb, weil mein DVB-C-Signal nicht von einem "normalen" Kabel-TV-Anbieter kommt, sondern aus einer Umsetz-Anlage, die DVB-S in DVB-C konvertiert.

Gestartet bin ich mit

linuxvdr:# echo ":DVB-T - scan"                                   >  /var/lib/vdr/channels.conf
linuxvdr:# scan -a 0 -o vdr -e 6 /usr/share/dvb/dvb-t/de-Muenchen >> /var/lib/vdr/channels.conf
linuxvdr:# echo ":DVB-C - scan"                                   >> /var/lib/vdr/channels.conf
linuxvdr:# scan -a 1 -o vdr -e 6 /usr/share/dvb/dvb-c/de-Muenchen >> /var/lib/vdr/channels.conf
linuxvdr:# echo ":Von VDR erkannte Sender"                        >> /var/lib/vdr/channels.conf
Das Ergebnis ist sicher nicht vollständig, aber eine gute Ausgangsbasis. VDR findet später eigenständig weitere Sender, und nach einigen manuellen Anpassungen entsteht nach und nach eine brauchbare Senderliste (siehe man 5 vdr).

Zur Kanalsuche eignet sich auch das Plugin vdr-plugin-wirbelscan.

Audio- und Video-Ausgabe

Da mein VDR auch Bild- und Ton selbst lokal ausgeben muss sowie sonstige Multimedia-Dienste zu leisten hat, sind noch einige Anpassungen nötig:

Zum Ersten muss der User vdr auf die Audio- und Video-Devices sowie auf das CD/DVD-Laufwerk zugreifen können. Dazu wird er in die entsprechenden Gruppen (siehe /etc/group) aufgenommen:

linuxvdr:# usermod -G audio,video,cdrom vdr
Zum Zweiten muss dem Xineliboutput-Plugin (genauere Beschreibung siehe weiter unten) noch "mitgeteilt" werden, wo es das VDR-Bild ausgeben soll, und zwar lokal unter X11. Dazu dienen folgende Einträge in der Datei /etc/vdr/plugins/plugin.xineliboutput.conf:
--local=sxfe
--display=:0.0
Der lokal laufende X-Server (Display 0) muss dann noch vom angemeldeten User für X-Verbindungen vom lokalen Rechner aus freigeschalten werden,
linuxvdr:$ xhost + local:
erst dann kann der VDR von root gestartet werden:
linuxvdr:# /etc/init.d/vdr start

Tastatur-Steuerung

Falls alles glatt gelaufen ist erscheint nun ein Fenster mit dem VDR-Bild. Beim ersten Start springt der VDR automatisch ins Menü zum Lernen der Tasten-Codes für die Tastatur-Steuerung. Die Codes werden in die Datei /var/lib/vdr/remote.conf geschrieben (Zeilen beginnend mit XKeySym) und können dort bei Bedarf manuell nachbearbeitet werden.

VDR-Plugins

Der Schwerpunkt von VDR liegt zwar auf DVB. Über verschiedenste Plugins läßt er sich aber um sehr viele Funktionen erweitern. Eine Liste der (als Debian-Paket) verfügbaren Plugins zeigt das Kommando aptitude search vdr-plugin an. Installiert werden die Plugins wie gewohnt mit aptitude install Plugin-Name. Konfiguriert werden sie über das OSD von VDR - diese Einstellungen werden dann in /var/lib/vdr/setup.conf abgelegt - oder in den Dateien unter /etc/vdr/plugins/.

Folgende Plugins habe ich aktuell in Verwendung:

vdr-plugin-xineliboutput

Dieses Plugin wird wie bereits erwähnt für die Video-Ausgabe des VDRs benötigt. Es bringt nicht nur verschiedene Ausgabemöglichkeiten mit, sondern auch einen integrierten Multimedia-Player für Filme, DVDs, Musik und Bilder. Dieser ist zwar noch nicht so mächtig wie vdr-plugin-mp3 oder vdr-plugin-image, erfüllt aber in der aktuellen Version meine Minimalanforderungen.

Zu Xineliboutput-Plugin gehören insgesamt sechs Debian-Binärpakete:

Über die Konfigurationsdatei des Plugins, /etc/vdr/plugins/plugin.xineliboutput.conf, wird neben einigen anderen Optionen festgelegt, welche Ausgabemöglichkeiten genutzt werden. Die Kommandos für die Tastatursteuerung werden in /var/lib/vdr/remote.conf abgelegt. Die Frontends haben ihrerseits eine eigene Konfigurationsdatei für die Xine-Lib, ~/.xine/config_xineliboutput.

Mit dem Plugin lassen sich übrigens auch Internet-Radio-Streams empfangen: Einfach eine Playlist-Datei, z.B. Deutschlandfunk.m3u, anlegen, die den Streaming-Link enthält:

http://dradio-ogg.t-bn.de/dlf_high.ogg
Die Playlist kann dann, Internet-Verbindung natürlich vorausgesetzt, wie gewohnt übers OSD angewählt und abgespielt werden.

vdr-plugin-osdteletext

Ein Plugin zur Anzeige von Teletext im OSD mit dem Fernsehbild im Hintergrund. Es arbeitet zuverlässig und ist wie vom TV gewohnt zu bedienen.

vdradmin-am

vdradmin-am ist streng genommen kein Plugin, sondern ein zusätzlicher Daemon, der ein Web-Interface zur Fernsteuerung des VDRs übers Netz zur Verfügung stellt.
Nach der Installation wird vdradmin-am mit dem Kommando
linuxvdr:# vdradmind --config
konfiguriert. Ggf. sonst noch nötige Anpassungen kann man danach (bei gestoppten vdradmind) per Texteditor direkt in der Datei /var/lib/vdradmin-am/vdradmind.conf oder später im entsprechenden Menü der Web-Oberfläche machen. Der Eintrag
ENABLED="1"
in der Datei /etc/default/vdradmin-am aktiviert das Init-Skript. Wurden die Standardeinstellungen beibehalten, so ist das Web-Interface nach
linuxvdr:# /etc/init.d/vdradmin-am start
erreichbar unter
http://VDR-IP-Adresse:8001/

Infrarot-Fernsteuerung und VFD-Display

Die aktuelle Version der IRTrans Client/Server-Software gibt es unter irtrans.de. Heruntergeladen und installiert wird sie mit
linuxvdr:# cd /tmp/
linuxvdr:# wget http://www.irtrans.de/download/Server/Linux/irserver.tar.gz
linuxvdr:# tar -xvzf irserver.tar.gz
linuxvdr:# ./install.sh
unter /usr/local/irtrans/. Im Unterverzeichnis remotes/ befinden sich die Definitionen der Tasten-Codes von verschiedenen Fernsteuerungen. Mit
linuxvdr:# cd /usr/local/irtrans/
linuxvdr:# ./irserver -debug_code -loglevel 4 /dev/ttyUSB0
werden die von der IR-Fernsteuerung auf Tastendruck gesendeten Codes angezeigt, z.B.
7500c38011000000[0.0] ok mediacenter
[0.0]: S11101010000000000011110000010000011101 39
Die zweite Zeile entspricht einer nicht unter remotes/ aufgelisteten Taste. Die angezeigten Daten können zur Ergänzung von fehlenden Tastatur-Codes unter remotes/ verwendet werden. Für die bei mir mitgelieferte Fernbedienung paßt die Konfigurationsdatei remotes/mediacenter.rem. Einige noch fehlende Tasten-Einträge habe ich dort manuell nachgetragen. Die Zeile für den obigen unbekannten Code lautet z.B.
  [ast][T]0[D]S11101010000000000011110000010000011101
Alternativ können die Codes auch automatisch mit dem Kommando irclient in die Konfigurationsdatei eingetragen werden. Hier liegt meine Datei remotes/mediacenter.rem.

Der LIRC-kompatible Server wird mit

linuxvdr:# ./irserver -daemon /dev/ttyUSB0
als Daemon gestartet. Mein Init-Skript /etc/init.d/irserver gibt's hier.

Das Kommando

linuxvdr:# update-rc.d irserver start 10 2 3 4 5 . stop 30 0 1 6 .
legt die Soft Links zum automatischen Starten des Skriptes beim Booten an.

Nach

linuxvdr:# /etc/init.d/irserver start
erkennt (bzw. glaubt) VDR nun beim nächsten Start, dass LIRC läuft und springt ins Menü zum Lernen der Tasten-Codes für die IR-Fernbedienung. Auch diese Codes werden unter /var/lib/vdr/remote.conf abgelegt (Zeilen beginnend mit LIRC).

Mit dem Kommando

linuxvdr:# /usr/local/irtrans/irclient 127.0.0.1 Optionen
lassen sich weitere Funktionen des VFD-Modules steuern, insbesondere Text auf dem Display ausgeben oder die Willkommen-Meldung ändern. Die Dokumentation dazu finde ich ziemlich mager, hier hilft nur probieren.

Aktuell nutze ich das Display selbst noch nicht (es zeigt nur Datum und Uhrzeit an), da es mir ein Rätsel ist, wie ich den VDR dazu bringen soll, das Display über die IRTrans-Programme anzusteuern.

System Couch-Potato-tauglich machen

Nachdem nun alles soweit funktioniert, möchte man (und v.a. Frau) sich nicht jedesmal am System einloggen müssen und die Programme manuell starten. Das muss natürlich alles automatisch und möglichst schnell gehen.

X-Server für den VDR automatisch starten

Zu diesem Zweck gibt es das Init-Skript X4VDR, welches einen eigenen X-Server für den VDR ohne Display-Manager usw. startet. VDR kann darauf sein Bild im Vollbild-Modus ausgeben.

Der X-Server für den VDR startet nach

/etc/init.d/X4VDR start
auf VT8/Display 1 (erreichbar mit Strg-Alt-F8). Damit kollidiert er nicht mit einem ggf. ebenfalls laufenden X-Display Manager (hier Xdm), der standardmäßig auf VT7/Display 0 läuft.

Das Kommando

linuxvdr:# update-rc.d X4VDR start 19 2 3 4 5 . stop 21 0 1 6 .
legt die Soft Links zum automatischen Starten des Skriptes beim Booten an.

Damit VDR von nun an auf seinem eigenen X-Server im Vollbild-Modus startet, ist noch die Datei /etc/vdr/plugins/plugin.xineliboutput.conf anzupassen:

--local=sxfe
--fullscreen
--display=:1.0
Zusätzlich sind in der Datei /var/lib/vdr/setup.conf (oder im dazugehörigen OSD-Menü) mindestens folgende Einträge sinnvoll:
xineliboutput.Video.Deinterlace = linearblend
xineliboutput.Video.Scale = 1
Das Plugin stellt hier ziemlich viele Einstellmöglichkeiten bereit, ggf. machen noch weitere Anpassungen Sinn.

Nach einem /etc/init.d/vdr restart sollte der VDR nun auf VT8 erscheinen.

Schneller Booten

Damit normalerweise nicht benötigte Dienste beim Booten nicht automatisch gestartet werden, können die entsprechenden Start-Links in den Verzeichnisse /etc/rc?.d/ gelöscht werden. Dies erledigt unter Debian standardmäßig das Paket rcconf. Nach Aufruf des Kommandos
rcconf
erscheint die Liste aller auf dem Rechner installierten Dienste. Diese lassen sich dort mittels Leertaste an- [*] oder ausschalten [ ]. Bei meiner Installation habe ich nur xdm und exim4 deaktiviert.

Mit /etc/init.d/Init-Skript start kann der Dienst bei Bedarf nachträglich gestartet werden.

Die Start-Links können natürlich auch manuell gelöscht werden. Allerdings sollte man sich für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden, ansonsten kommt rcconf durcheinander (siehe man rcconf).

Ein paar weitere Sekunden lassen sich durch die Reduktion des Timeouts für das GRUB-Menü sparen (Datei /boot/grub/menu.lst):

timeout     2

Rechner per Fernbedienung hochfahren

Zum Hochfahren des Rechners per Fernbedienung muss das VFD-Modul (bei laufendem irserver) mit irclient programmiert werden:
linuxvdr:# cd /usr/local/irtrans/
linuxvdr:# ./irclient localhost


  1 - Send
  2 - Learn
  3 - Status

 99 - Exit

Select command 3

0 Device(s) Found:


99 - Exit

Select command 0
Device [0]:

Repeat Mask: o  o  o  o  o  o  o  x  x  o  o  o  o  o  o  o
             0  1  2  3  4  5  6  7  8  9  10 11 12 13 14 15

Device Mode Send             [20]: x
            IR               [21]: x
            SBUS             [22]: x
            IR RemoteCtrl    [23]: x
            SBUS RemoteCtrl  [24]: x
            RAW              [25]: o
            Fast Mode        [26]: o
            SBUS send Repeat [27]: x

PowerOn Remote               [40]: .04.30
PowerOn Command              [41]:

Cancel                     [88]
Save & Exit                [99]

Select command 40

Enter PowerOn Remote: mediacenter
Device [0]:

Repeat Mask: o  o  o  o  o  o  o  x  x  o  o  o  o  o  o  o
             0  1  2  3  4  5  6  7  8  9  10 11 12 13 14 15

Device Mode Send             [20]: x
            IR               [21]: x
            SBUS             [22]: x
            IR RemoteCtrl    [23]: x
            SBUS RemoteCtrl  [24]: x
            RAW              [25]: o
            Fast Mode        [26]: o
            SBUS send Repeat [27]: x

PowerOn Remote               [40]: mediacenter
PowerOn Command              [41]:

Cancel                     [88]
Save & Exit                [99]

Select command 41

Enter PowerOn Command: power
Device [0]:

Repeat Mask: o  o  o  o  o  o  o  x  x  o  o  o  o  o  o  o
             0  1  2  3  4  5  6  7  8  9  10 11 12 13 14 15

Device Mode Send             [20]: x
            IR               [21]: x
            SBUS             [22]: x
            IR RemoteCtrl    [23]: x
            SBUS RemoteCtrl  [24]: x
            RAW              [25]: o
            Fast Mode        [26]: o
            SBUS send Repeat [27]: x

PowerOn Remote               [40]: mediacenter
PowerOn Command              [41]: power

Cancel                     [88]
Save & Exit                [99]

Select command 99


  1 - Send
  2 - Learn
  3 - Status

 99 - Exit

Select command 99
mediacenter benennt die Datei remotes/mediacenter.rem mit den Fernbedienungs-Codes, power den Namen der Taste aus dieser Datei (siehe oben), über welche der Rechner eingeschalten werden soll.

Nach diesen Einstellungen kann der Rechner per Fernbedienung eingeschalten werden. Allerdings bleibt noch ein kleines Problem: Beim Drücken des Power-Knopfes der Fernbedienung schaltet der ACPI-Daemon den Rechner ohne Vorwarnung sofort aus. Dagegen hilft:

aptitude purge acpid acpi-support-base

Rechner automatisch hochfahren lassen

Damit der VDR den Rechner (v.a. vor jedem Aufnahmestart) automatisch einschalten kann, muss das Motherboard "Automatic Power Up Control" oder "Resume by Alarm" unterstützen. Ein kleines Tool namens NVRAM WakeUp schreibt die Einschalt-Zeit ins NVRAM des Motherboards, welches dann den Rechner zu diesem Zeitpunkt einschaltet.

Mein Motherboard wird von nvram-wakeup direkt unterstützt, die Installation gestaltet sich daher relativ einfach:

linuxvdr:# aptitude install nvram-wakeup
linuxvdr:# modprobe nvram
linuxvdr:# echo nvram >> /etc/modules
Zum Übernehmen der neuen Zeit-Einstellungen benötigt das BIOS einen Reboot, daher sind in der Datei /boot/grub/menu.lst noch die Einträge
# Menueeintrag aus /boot/grub/default starten
default       saved

# Menueeintrag zum Herunterfahren
title         Ausschalten
root          (hd0,2)
savedefault   0
cat           /boot/grub/PoweroffSplash
halt
zu machen, in /etc/vdr/vdr-nvram-wakeup.conf die Einträge
ENABLED="yes"
SPECIALSHUTDOWN="echo y | grub-reboot 3"
Die 3 bezeichnet die Stelle des Menüeintrages Ausschalten im GRUB-Bootmenü.

grub-reboot funktioniert mit VDR allerdings erst nach folgender Änderung:

linuxvdr:# diff /usr/sbin/grub-reboot /usr/sbin/grub-reboot.orig
1c1
< #!/bin/bash -p
---
> #!/bin/bash -e
Die Zeile cat /boot/grub/PoweroffSplash verzögert das Ausschalten des Rechners um einige Sekunden. Diese Zeit benötigt meine Hardware, um den hier beschriebenen Fehler zu umgehen. /boot/grub/PoweroffSplash ist eine beliebige ca. 200kB-große Textdatei.

WLAN einrichten

Als Wireless-Karte verwende ich eine Netgear WG311v3. Die Karte ist keine glückliche Wahl für Linux, da es keine Linux-eigenen Treiber dafür gibt. Unterstützt wird sie nur über den Ndiswrapper, der es ermöglicht, die Windows-Treiber unter Linux einzusetzen.

Die Installation ist grob unter linwiki.org beschrieben, übertragen auf Debian Lenny schaut sie so aus:

linuxvdr:# aptitude install wpasupplicant
linuxvdr:# aptitude install wireless-tools
linuxvdr:# aptitude install ndiswrapper-source ndiswrapper-utils-1.9
linuxvdr:# module-assistant update
linuxvdr:# module-assistant prepare
linuxvdr:# module-assistant auto-install ndiswrapper
linuxvdr:# modprobe ndiswrapper
linuxvdr:# echo ndiswrapper >> /etc/modules
Nach diesen Schritten sollten WPA Supplicant für die WPA/WPA2-Verschlüsselung sowie das Kernel-Modul und die Werkzeuge zur Konfiguration von Ndiswrapper bereit stehen. Es fehlen noch die Windows-Treiber. Um an diese zu kommen installiert man das Paket von ftp.netgear.de auf einem Windows-Rechner und übernimmt dann die vier Dateien aus C:\windows\inf\WG311v3\ auf den VDR-Rechner. Dort werden die Treiber dann mit
linuxvdr:# ndiswrapper -i WG311v3.INF
vom Ndiswrapper übernommen. Wenn alles gut gegangen ist, zeigt ndiswrapper -l nun an, dass Karte und Treiber installiert sind. Spätestens nach einem Reboot sollte das Interface wlan0 nun verfügbar sein.
Für die automatische Verbindung zu meinem WLAN nach dem Systemstart und die IP-Konfiguration über DHCP sorgen folgende Einträge in /etc/network/interfaces:
auto wlan0
iface wlan0 inet dhcp
        wpa-ssid "KlartextSSID"
        wpa-psk 0123456789abcdef0123456789abcdef0123456789abcdef0123456789abcdef
        wpa-key-mgmt WPA-PSK
        wpa-proto WPA
Die Zeichenfolge 012345...abcdef gibt das Kommando
linuxvdr:# wpa_passphrase KlartextSSID 'KlartextPassphrase'
aus. Um zu verhindern, dass der VDR bei ausgeschaltenem WLAN-Router zu lange auf eine Antwort vom DHCP wartet, habe ich noch den Timeout in /etc/dhcp3/dhclient.conf verringert:
timeout 5;
retry 60;

Verzeichnisse über NFS freigeben

Mein VDR-Server ist mittlerweile auch als zentraler Dateiserver über NFS in Verwendung. Dazu muss der NFS-Server installiert werden:
linuxvdr:# aptitude install nfs-kernel-server
In der Datei /etc/exports wird dann das gewünschte Verzeichnis /var/lib/data mit folgender Zeile für das lokale Netz (z.B. 192.168.1.0/255.255.255.0) freigegeben:
/var/lib/data  lokales Netz/Netzmaske(rw,insecure,no_subtree_check)
Nach
linuxvdr:# exportfs -a
oder einem Reboot ist das Verzeichnis übers Netz erreichbar.

Client-seitig gibt es mehrere Möglichkeiten, auf das freigegebene Verzeichnis zuzugreifen. Ich bevorzuge das Eintragen in /etc/fstab:

VDR-IP-Adresse:/var/lib/data  /linuxvdr/data  nfs  noauto,posix,intr,retry=10,tcp,soft,user,rw  0  0
Nach
linuxvdr:# mkdir /linuxvdr/data
kann das NFS-Verzeichnis dann mit
nfsclient:$ mount /linuxvdr/data/
lokal eingehängt werden.

Unter KDE 3 läßt sich das Ganze recht einfach grafisch erledigen:

Damit entsteht ein Desktop-Icon, über welches man das NFS-Verzeichnis bequem einhängen, öffnen und aushängen kann.

Bootloader-Hintergrund-Bild (GRUB)

Der Bootloader GRUB läßt sich mit einer hübschen Hintergrund-Grafik hinterlegen. Verschiedene Grafiken sind im Paket grub-splashimages enthalten. Um eine der Grafiken einzubinden reicht folgende Zeile in /boot/grub/menu.lst:
splashimage=(hd0,1)/boot/grub/splashimages/debblue.xpm.gz

Bootsplash

Um den kompletten Boot-Vorgang hinter einer schicken Grafik zu "verbergen" gibt es das Paket splashy.
aptitude install splashy splashy-themes
In der Datei /boot/grub/menu.lst müssen dem Kernel dann noch folgende Boot-Optionen mitgegeben werden (in der Zeile beginnend mit kernel):
vga=0x318 quiet splash
Nach dem nächsten Reboot sollte dann ein hübscher Linux-Pinguin die uncoolen Boot-Meldungen überdecken. Durch Drücken der Escape-Taste verschwindet er bei Bedarf wieder.

Nützliches und Sonstiges

Im Folgenden sind weitere Änderungen am System beschrieben, die für den einen oder anderen Sinn machen können. Die Beschreibung ist teilweise unvollständig und nicht mehr aktuell, da ich selbst damit noch rumspiele oder die Änderung (erst mal) verworfen habe.

Systeminfo, CDROM/Festplatte herunterregeln usw.

Ggf. interessante Pakete: powertweak, hddtemp, hdparm, blktool. V.a. hdparm sollte mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe Manpage).

Temperatur der Festplatte anzeigen:

linuxvdr:# hddtemp /dev/hda
/dev/hda: SAMSUNG SP1604N: 29°C

CDROM herunterregeln:

linuxvdr:# hdparm -E
Festplatte stoppen (Stromsparmodus):
linuxvdr:# hdparm -y /dev/hda
Siehe auch -Y (Schlafmodus), -S (Standby Timeout), -M (Automatic Acoustic Management), Status abfragen mit -C.

Umstellung auf UTF-8

Bei der Umstellung auf UTF-8 (von VDR 1.4 auf 1.6) sind die Kommandos iconv (für die Konvertierung von Textdateien) und convmv (für die Konvertierung von Dateinamen) hilfreich, z.B.:
linuxvdr:# cd /var/lib/vdr/
linuxvdr:# cp -a channels.conf channels.conf.pre-utf8
linuxvdr:# iconv -f latin1 -t utf-8 channels.conf.pre-utf8 > channels.conf
und
linuxvdr:# aptitude install convmv
linuxvdr:# cd /var/lib/video.00/
linuxvdr:# convmv --notest -r -f latin1 -t utf-8 .
Die EPG-Daten der Aufzeichnungen in der Datei info.vdr in den Aufnahme-Verzeichnissen lassen sich auch mit iconv wie oben beschrieben nach UTF-8 konvertieren, z.B. mit:
linuxvdr:# cd /var/lib/video.00/
linuxvdr:# for i in `find . -name info.vdr` ; do cp -a $i $i.pre-utf8 && iconv -f latin1 -t utf-8 $i.pre-utf8 > $i && rm $i.pre-utf8 ; done

Synchronisieren großer Datenmengen

Audio- und Video-Dateien füllen schnell ganze Festplatten. Um Datenbestände mit teilweise gleichen Inhalten übers Netz oder USB halbwegs schnell abgleichen zu können, hilft rsync ungemein. Der Aufruf
rsync --archive --delete /srcpath/rsyncsrc/ /dstpath/rsyncdst/
synchronisiert den Inhalt des Verzeichnisses /srcpath/rsyncsrc/ (Slash am Ende nicht vergessen!) nach /dstpath/rsyncdst/. Wirkt Wunder bei meiner lahmen USB 1.1-Schnittstelle.

Cover-Anzeige für das Xineliboutput-Plugin

Für das Xineliboutput-Plugin habe ich diesen Patch in Verwendung, der beim Abspielen von Audio-Dateien eine zusätzlich Visualisierungsoption zur Anzeige von Hintergrundbildern (Covers) bietet. Die Option sollte für lokale und entfernte Frontends funktionieren. Die Logik, nach der im Dateisystem nach einer Hintergrundgrafik gesucht wird, entspricht der des MP3-Plugins. Im Hintergrund angezeigt werden können Dateien in den Formaten JPG, PNG, GIF, AVI und MPG, also auch Videos. Garantieren kann ich aber für nichts, schließlich habe ich den Patch selbst geschrieben ;-).

Bekannte Probleme

Das Plugin vdr-plugin-xineliboutput hat für die Wiedergabe von MP3s und Bildern noch nicht den Funktionsumfang der entsprechenden Einzel-Plugins erreicht. Leider klappt auch die Zusammenarbeit mit vdr-plugin-image und vdr-plugin-mp3 nicht richtig.

Der Bildbetrachter von vdr-plugin-xineliboutput bzw. Xine-Lib arbeitet nicht sauber: die OSD-Infos verschwinden, das Bild flimmert leicht oder erscheint gar nicht. Bei größeren Bildern stürzt der VDR ab (ggf. dieser Bug).

Bis vor einiger Zeit hatte ich vdr-plugin-skinenigmang im Einsatz, welches dem OSD des VDRs ein cooles Look & Feel gibt und es um ein paar Zusatzinfos ergänzt. Allerdings scheint mir der VDR ohne die Verwendung von Skins etwas stabiler zu laufen, daher habe ich auf Skins wieder verzichtet.

Der Rechner ist noch nicht so leise, wie man es für einen Wohnzimmer-PC gerne hätte. Es scheint, als ob der Netzteil-Lüfter die lautesten Geräusche macht.

Das VFD-Display ist nicht in Verwendung (es zeigt nur Datum und Uhrzeit an).

Anhang

Konfigurationsdateien

Im Archiv LinuxVDRconfig.tar.gz liegen die wichtigsten Konfigurationsdateien von meinem VDR-Rechner.

Kurzanleitung zur Bedienung des VDRs

Diese einseitige Anleitung listet die Belegung der Fernbedienungs-Tasten meines VDRs in den wichtigsten Betriebsmodi auf (ODG, PDF).

Alte Versionen dieser Beschreibung

Links




Letzte Änderung: 06.01.2010